Nur Make-up oder mehr?

Extrem breit, weniger Widerstand, mehr Abtrieb – alles easy?

Wir kennen alle das Credo aus dem Motorsport:

  • geringer Widerstand (wenig Flügel) – hohe Endgeschwindigkeit
  • hoher Anpressdruck (viel Flügel) – hohes Gripniveau.
Hinzu kommt der optische Effekt eines breit und flach auf der Straße liegenden Fahrzeugs – wie eine Raubkatze, bereit zum Sprung.
Das klingt gut, ist aber die Quadratur des Kreises.

Spaßbremse.

„Was soll das Ganze?“, könnte eure Frage lauten: „Wollt ihr uns den Spaß verderben?“ Nein, das wollen wir ganz und gar nicht. Wir wollen aber den Blick schärfen für die Zusammenhänge und euch als Verbraucher, die viel Geld dafür ausgeben, Entscheidungshilfen für sinnvolles Tuning geben.

Ursache und Wirkung.

Die Anbieter von Spoilerwerk weisen lieber auf den Abtrieb als auf den zusätzlichen Widerstand hin. Was nützt eine Abtriebssteigerung von 20 %, wenn sich der Luftwiderstand um den gleichen Faktor erhöht?
Manche Megaspoiler haben die aerodynamische Güte eines Scheunentors, wodurch eine mitunter drastische Verbrauchssteigerung nicht auszuschließen ist. Was nützt hohes Gripniveau, wenn das Fahrwerk und/oder die Reifen dieses nicht umsetzen können?
Geringer Luftwiderstand bedeutet eine kleine Stirnfläche und aerodynamisch saubere Kontur. Extremverbreiterungen und Monsterwalzen erhöhen den Luftwiderstand über die vergrößerte Stirnfläche und natürlich nimmt auch der Rollwiderstand zu.

Weight watcher.

Ganz nebenbei ist man mit allen Anbauteilen schnell mal 15 kg schwerer.
Das ist nicht die Welt, widerspricht aber dem Sportlichkeitsanspruch.

Außerdem kann das Fahrzeug dadurch aus der Fahrzeugeinteilung (Gewicht spielt hier eine Rolle) herausfallen und somit die für diese Fahrzeugklasse ermittelten Abgaswerte nicht mehr erfüllen.
Da war doch was? Genau! Verschlechterung des Abgasverhaltens bedeutet das Erlöschen der Betriebserlaubnis des Fahrzeugs.